Kalibrierung und Grundeinstellung

Damit alles auf demselben Stand ist

Alle Komponenten sind installiert, beschriftet und warten auf die Inbetriebnahme. Das Schöne am KNX-Bus ist der dezentrale Aufbau. Grundsätzlich bringen alle Komponenten ihre eigene rudimentäre Intelligenz mit und funktionieren auch ohne zentrale Steuereinheit. Insbesondere für Grundfunktionen wie Licht und Heizung ist dies essenziell da diese somit nicht von der Funktion einer zentralen Komponente abhängig sind. Für komplexere Regelungen, die aber wieder den Alltag nur netter machen, ist der Homeserver dann das nette Addon.

Raumtemperatur

Spätestens zum Winter muss die Heizung betriebsbereit sein. Zur Überwachung der Raumtemperaturen sind verschiedene Sensoren verfügbar:

  • Über die Jung Tastsensoren der Serie F50 Universal steht in jedem Raum ein Sensor am Lichtschalter zur Verfügung
  • Die Jung CO2-Sensoren (Wohn- und Schlafzimmer) stellen ebenfalls die Temperatur bereit
  • In den Bädern sind kombiniert Feuchte-/Temperatursensoren der Elsner vom Typ TH-UP verbaut
  • Letztendlich noch ein einzelner Raumtemperatursensor MDT SCN-TS1UP.01 im Keller

…und alle Sensoren zeigen (natürlich) etwas anderes an. Die absolut korrekte Temperaturerfassung ist dabei gar nicht entscheidend, sondern zur Einstellung der persönlichen Behaglichkeit müssen nur die Level zwischen den Sensoren vergleichbar sein.

Dementsprechend den Außenfühler der Wetterstation hereingeholt, neben jedem einzelnen Sensor platziert und nach einiger Wartezeit den Wert dieses Sensors mit den KNX-Sensoren verglichen.

Am weitesten entfernt waren dabei die Jung-Sensoren (bis zu ~1,5 K), gefolgt von den Elsner-Sensoren, während der MDT-Fühler identisch zur (nicht zwangsweise richtigen) Temperatur der Wetterstation war.

Auffällig war dabei aber, dass die gemessene Temperatur der Sensoren in den Jung-Tastern vom Betriebsmodus abhängig war. Dies bieten ein beleuchtetes Mittelfeld neben den eigentlichen Tastflächen. Und die Wärmeentwicklung scheint die Sensoren deutlich zu beeinflussen. Das lässt sich natürlich in den Einstellungen kompensieren, macht aber andere Einstellungen wie einen dunkleren Nachtmodus oder die Abschaltung am Tag nicht wirklich praktikabel.

Die Elsner-Sensoren weisen im Handbuch darauf hin, dass es durch die Wärmeentwicklung der Elektronik zur Beeinflussung der Messung kommt, dies aber intern kompensiert wird, die Messwerte allerdings dementsprechend erst nach einigen Minuten Laufzeit nach dem Einschalten gültig sind.

Hier müsste Jung noch einmal nachbessern. Die Unterschiede ließen sich zwar extern kompensieren, was aber ziemlich aufwändig ist.

Rollläden

Einmal installiert funktionieren die Rollläden auch direkt auf Tastendruck. Um aber später nette Funktionen wie einen automatischen Sonnenschutz (nach dem Winter kommt der Sommer) nutzen zu können ist es hilfreich absolute Positionen anfahren zu können. Dazu müssen aber die Auf- und Abfahrzeiten dem Aktor bekannt gegeben werden. Also Stoppuhr herausgeholt und alle Rollläden einmal hoch und wieder herunter gefahren. In der Praxis waren die Verfahrzeiten nur gut 50 % der voreingestellten Zeiten, was auch Sinn ergibt, denn wer möchte schon vorher, dass der Rollläden schon in der Mitte stoppt weil er meint er wäre in der Endposition angekommen.

In der Anleitung des MDT-Aktors steht dabei noch die Randbemerkung: “Bei nicht so hochwertigen Motoren können sich die Auf- und Abfahrzeiten unterscheiden”. Bei uns liegt die Differenz bei immerhin 2s. Dankeschön.

Dimmer

Bei den Dimmern (zentrale Dimmer in klassischer Phasenan-/abschnittstechnik) gibt (sollte) es nicht viel einzustellen. Der Lasttyp gehört zumindest dazu. Auffällig war aber immerhin auch bei den von uns installierten Lampen, dass ein Wechsel der Kennlinie vom Standard notwendig war. Erst die “Logarithmische Kennlinie” hat ein zufriedenstellendes optisch scheinbares lineares Dimmverhalten ergeben.

Die Grundeinstellung für den Einschaltwert liegt dabei noch im Bereich 90 %-70 %. Nur so ist den heutigen LED-Flutlichtern (Warum müssen die immer so hell sein? Weil’s geht?) auf ein angenehmes Maß beizukommen.

Schaltschwelle Präsenzmelder

Letztendlich muss auch die Einschaltschwelle für die Präsenzmelder, die üblicherweise in den Fluren als Durchgangsbereichen installiert sind, eingestellt werden. Letztendlich ist es hier Geschmackssache ab wann dunkel zu dunkel ist. Sollten die Einstellbereiche nicht ausreichend lässt sich noch weiterhin über den Reflexionsfaktor der Umgebung eine weitere Abstimmungsmöglichkeit konfigurieren (MDT Präsenzmelder).

Sind alle diese Grundeinstellungen erfolgt steht der weiteren Automatisierung im Heim eigentlich nichts weiter im Wege.